Horst-Janssen-Museum
Stadtmuseum 4–8
26121 Oldenburg

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Tel. 0441/235-28 91

EMail: Info@horst-janssen-museum.de
WWW: www.horst-janssen-museum.de

Öffnungszeiten:
Di–So 10 –18 Uhr
Busparkplätze und
Museumscafé vorhanden


Eintrittspreise:
5,– /ermäßigt 3,– €
Führungen:
50,– € zzgl. 3,– € p. P.

Aktuelle Termine

Expressionismus in der Großstadt


Auftakt zur Moderne

31. August - 16. November 2008

Der deutsche Expressionismus gehört zu den Phänomenen der Kunstgeschichte, die international gefeiert werden. Die kraftvolle, unmittelbare Umsetzung von Bildmotiven mit reinen, zuweilen grellen Farben war ein Aufbegehren gegen die traditionelle akademische Malweise und glich einer Revolution. Gerade in der Zeichnung und der Druckgrafik erleben wir diese spontane, oft skizzenhafte Art der Darstellung. Dabei wird der Holzschnitt zu einer der wichtigsten Techniken des Expressionismus und erlebt einen Höhepunkt. Auch und gerade deshalb beschäftigt sich das Horst-Janssen-Museum mit den wichtigsten Werken der Expressionisten auf Papier.

Motivisch ist die Hinwendung zum natürlichen, unverfälschten Leben ein zentrales Anliegen der Expressionisten, die vor allem in den vielen Darstellungen von Akten in der Natur beispielsweise ihren Ausdruck findet. Andererseits fasziniert die Großstadt mit ihrem hektischen Verkehr, dem betriebsamen Geschäftsleben, dem Nachtleben in Bars und Cabarets.

Erich Heckel: Barbierstube, 1912, Radierung 20 x 17,2 cm

Die Großstadt steht auch im Mittelpunkt der Ausstellung im Horst-Janssen-Museum. Straßenszenen mit modisch gekleideten Kokotten von Ernst Ludwig Kirchner und Ladenpassagen von August Macke schildern die farbige, hedonistische Großstadt, die wenigen Arbeiten von Erich Heckel zum Thema Großstadt befassen sich mit den unbekannteren Stadtansichten Dresdens und Berlins.

Ernst Ludwig Kirchner: Stadtszene Nollendorfplatz, 1915, Federzeichnung, 48 x 42,5 cm

Aber auch der Moloch Großstadt, der in der zeitgleichen expressionistischen Lyrik beschrieben wird, nimmt in der Bildenden Kunst Gestalt an. Käthe Kollwitz thematisiert in ihren kritischen Arbeiten die sozialen Bedingungen ihres Berliner Umfeldes. Die Vorahnung des Ersten Weltkrieges und die furchtbaren Opfer, die er fordert, sind Hauptthemen von Ludwig Meidner, Otto Dix und George Grosz. Die Isolation des Menschen und die grundsätzliche Tragik seines Daseins beschäftigt Max Beckmann.


Ludwig Meidner, Betrunkene Stadt, 1915, Tusche, 38x48 cm, Privatsammlung



Diese sehr unterschiedlichen Facetten des Expressionismus werden an rund hundert Beispielen von zehn Künstlern veranschaulicht. Es werden Zeichnungen und Druckgrafiken aus deutschen Museen und Privatsammlungen gezeigt, die im Zeitraum von 1905 bis 1925 entstanden sind.

In der Ausstellung werden herausragende Werke der expressionistischen Lyrik mit thematisch entsprechenden Zeichnungen und Druckgrafiken in einen Dialog treten. Inhalte wie „Nachtleben“, „Mensch in der Großstadt“, aber auch „Krieg“ und „Armut“ werden an Hand von Text und Bild anschaulich vorgestellt. Es erscheint ein Katalog, in dem der Expressionismus als Gattung in der Bildenden Kunst, in der Literatur, im Theater, Tanz und im Kino beschrieben wird.





August Macke: Eine Ladenstraße unter Lauben, 1914, 55 x 43 cm, Privatbesitz







Otto Dix, Puffmutter, 1923, Silberbronze und Bleistift, 50x35cm, Otto Dix Stiftung Vaduz